Mehrere Personen beim Politischen Abend des Landesjugendring Berlin: Ein junger Mann liest ein Dokument, während andere sich unterhalten oder an einem Tisch sitzen; im Hintergrund ein Banner der meinungsmacher:innen.

Was Jugendverbände fordern: Podcast der meinungsmacher.innen

Was fordern Berliner Jugendverbände vor der Berlin-Wahl 2026? Im Rahmen unserer Mitgliederversammlung 2026 hat das Projekt meinungsmacher.in dazu Interviews mit den Delegierten geführt. Die Antworten sind nun als Podcast erschienen.

"Wir sind seit Jahren unterfinanziert während inflationsbedingt alles teurer wird und die Förderung nicht nachzieht", beklagt Sadee vom BDP Berlin im Podcast. Für sie hat die Forderung nach 20% mehr Förderung für Jugendverbände die oberste Priorität, um die eigenen Angebote aufrecht erhalten zu können. Die Kosten für Angebote hätten sich im Lauf der Jahre verdoppelt, während die Förderung nicht mitwachse. In ihrem Beschluss haben die Jugendverbände im März 2026 bei der Mitgliederversammlung des Landesjugendring Berlin 10 Forderungen aufgestellt. 20% mehr Förderung ist ein Punkt auf der Liste.

Den ganzen Podcast gibt es zum Beispiel bei Spotify zu hören:

Für Hao vom Landesjugendwerk der AWO Berlin ist die Forderung nach einer Berliner Jugendstrategie zentral: "Die Politik muss aufmerksam auf die Jugendarbeit schauen und sie unterstützen. Wir brauchen faire Bedingungen statt leerer Worte. Jugendliche müssten bei politischen Entscheidungen immer verbindlich mitgedacht werden, ohne dass über ihre Köpfe hinweg entschieden werde, betont Hao.

Bezahlbares Wohnen, mehr Treffpunkte, Stärkung von Ehrenamt

Paul vom Berliner Jugendrotkreuz wünscht sich mehr Austauschorte, an denen sich junge Menschen treffen und gemeinsam Zeit verbringen können. "Die Jugendpolitik muss bunter werden", sagt er. Wäre Sadee vom BDP Berlin für 24 Stunden Bürgermeisterin in Berlin, würde sie als erstes "alle bürokratischen Hürden runterfahren" und mehr Power in die Kinder- und Jugendpolitik stecken. Ihr ist auch wichtig, jungen Menschen weniger Hürden und leichteren Zugang zu ehrenamtlichem Engagement zu ermöglichen. 

Mehr Förderung für internationale Veranstaltungen fordert Frédéric von der Esperanto-Jugend. Damit sollten hohe Teilnahmegebühren abgefedert werden können. Für Hao vom Landesjugendwerk der AWO müsse sich auch auf dem Berliner Wohnungsmarkt einiges tun, es gäbe hier einfach zu wenig bezahlbare Wohnungen für junge Menschen. Das führe dazu, dass viele von ihnen "weit pendeln müssen oder gar nicht erst nach Berlin kommen", sagt Hao. Ihr Appell für die Jugendarbeit in der Stadt? "Gemeinsam stark und laut bleiben und sich gegenseitig Kraft geben!"

Über das Programm „meinungsmacher.in“

Das Programm meinungsmacher.in wurde im Jahr 2014 vom Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. ins Leben gerufen. Es richtet sich an Berliner Jugendliche und ist zugleich Begegnungsort, Plattform und Sprachrohr für die Jugendlichen. Hier tauschen sie sich intensiv zu Themen wie Heimat, Identität, Vorurteile aus und setzen sich mit der Prägung durch das eigene kulturelle und soziale Umfeld auseinander.

Im Projekt meinungsmacher.in für Respekt & Vielfalt werden junge Berliner*innen mit und ohne Migrationshintergrund aktiv, um das interkulturelle Miteinander gemeinsam zu gestalten. meinungsmacher.in für Respekt und Vielfalt ist ein Projekt der djo-Bildungswerk Berlin gGmbH in Kooperation mit dem Jugendbund djo–Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V.