Mitgliederversammlung: 10 Forderungen zur Wahl, keine Pflichtdienste
Von Wohnen über Mobilität bis zur Jugendstrategie: 10 jugendpolitische Forderungen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl haben Delegierte aus 37 Berliner Jugendverbänden bei unserer Mitgliederversammlung am 21. März 2026 beschlossen. Auch wurde ein Antrag gegen Pflichtdienste jeglicher Art beschlossen und der Landesjugendring-Vorstand mit einer Amtszeit bis 2028 gewählt.
Am 20. September 2026 wählt Berlin, erstmals nehmen 16- und 17-Jährige an der Wahl zum Abgeordnetenhaus teil. Die Jugendverbände nahmen das zum Anlass, bei der Mitgliederversammlung jugendpolitische Forderungen im Vorfeld der Wahl zu beschließen: An Tischrunden berieten die Delegierten am Vormittag Forderungen zu den Schwerpunkten Wohnen, Mobilität, Jugendverbandsarbeit und politische Bildung, Ehrenamt und Jugendstrategie - und beschlossen am Nachmittag 10 Forderungen zur Berlin-Wahl.
Mehr Radwege, angemessene Förderung, Jugendstrategie
Zu den Forderungen gehören eine Jugendquote bei der Wohnraumvergabe, mehr Wohnheimplätze für Studierende oder der Aufbau eines Azubiwerks, ähnlich wie es das für Studierende bereits gibt. Die Förderung der Jugendverbände muss außerdem um mindestens 20 Prozent erhöht werden und muss sich am Verbraucherpreisindex orientieren, fordern die Jugendverbände. Die Förderung von Ferienreisen und internationalen Jugendbegegnungen der Jugendverbände muss um eine Million Euro erhöht werden, damit das Land Berlin hier seine eigenen gesetzlichen Vorgaben erfüllen kann. Dazu braucht es ein Investitionsprogramm, um heruntergekommene Jugendeinrichtungen sanieren zu können.
Zu weiteren Forderungen der Jugendverbände gehören der Ausbau von Radwegen in der Stadt, die Erstattung von Verdienstausfall bei einer Freistellung fürs Ehrenamt, ein Deutschlandticket für alle Engagierten, die die Jugendleiter*innen-Card "Juleica" besitzen, sowie eine Senatsinitiative für eine Jugendstrategie. Auch einen Kinder- und Jugendbericht soll das Land Berlin regelmäßig vorlegen, wie es das Gesetz verlangt. Der letzte Bericht dieser Art wurde vor 26 Jahren erstellt.
Keine Wehrpflicht und andere Pflichtdienste
In einem weiteren Beschluss machen die Berliner Jugendverbände klar: Pflichtdienste greifen zutiefst in die Möglichkeit junger Menschen ein, ihr Leben selbstbestimmt zu leben und schränken somit Grund- und Freiheitsrechte ein. Daher stellt sich der Landesjugendring Berlin mit einem Beschluss gegen Plichtdienste jeglicher Art. Dazu gehören die Wiedereinführung der Wehrpflicht, aber auch jegliche andere Formen von Pflichtdiensten. Solche Dienste stellen drastische Eingriffe in die Lebensplanung der Betroffen dar. Die Drohung von Fremdbestimmung sichert nicht mehr Engagement, sondern droht zu mehr Politikverdrossenheit und gesellschaftlichem Rückzug zu führen.
Auch eine Präsenz der Bundeswehr in Bildungseinrichtungen wie Schulen lehnt der Landesjugendring Berlin mit dem Beschluss ab. Statt Pflichtdiensten braucht es vielmehr eine Stärkung von Freiwilligendiensten und Ehrenämtern. Diese sollen auf echter Freiwilligkeit beruhen und, wo angemessen, mit guter Bezahlung entlohnt bzw. angemessener Aufwandspauschale entschädigt werden. Freiwilligendienste sollen nicht dazu genutzt werden, Lücken im Arbeitsmarkt zu schließen oder einen Ersatz für qualitativ hochwertige Ausbildungen darstellen.
Die Beschlüsse in der Übersicht bieten wir auf ljrberlin.de/gremien/beschlüsse zum Download an.
Wahlen zum Vorstand
Bei der Mitgliederversammlung 2026 standen auch die Vorstandswahlen auf dem Programm: Neu in den Vorstand wurde Jean-Paul Kuhfahl gewählt. Für die Amtsperiode von zwei Jahren wurden die beiden Vorsitzenden Fabi Gacon sowie Lena Kiefer gewählt. Den Vorstand ergänzen Felix Kiermut-Korff, Anna Kröger, Elena Peckhaus sowie Jana Pohl.
Der Vorstand des Landesjugendring Berlin 2026-2028: (oberere Reihe v.l.n.r.: Fabi Gacon (BUNDjugend Berlin, Vorsitz), Elena Peckhaus (DGB-Jugend Berlin-Brandenburg), Lena Kiefer (EJBO, Vorsitz), vordere Reihe v.l.n.r.: Anna Kröger (Schreberjugend Berlin), Jean-Paul Kuhfahl (Esperanto-Jugend), Felix Kiermut-Korff (BDKJ Berlin). Nicht im Bild: Jana Pohl (Falken Berlin)