Berliner Jugendverbände in Corona-Zeiten: Was läuft jetzt?

Welche Angebote haben Berliner Jugendverbände in Zeiten der Corona-Pandemie gestartet? Viele haben online kreative Formate ins Leben gerufen. Einen kleinen Einblick wollen wir hier bieten.

Jugendverbände sind von der Corona-Krise derzeit stark betroffen. Geplante Ferienfreizeiten, internationale Jugendbegegnungen oder Jugendleiter_innen-Schulungen mussten abgesagt werden, Räume mussten schließen. Fehlende Einnahmen und Stornokosten sind ein echtes Problem geworden. In der Zwischenzeit haben viele Jugendverbände aber auch umgesattelt: Jede Menge Angebote für Berliner Kinder und Jugendliche finden jetzt im Netz statt, zumeist ehrenamtlich organisiert. Denn Angebote der Jugendverbände sind zu wichtig für einen Shutdown!

++ Online-Seminare ++

Viele geplante Seminare, Workshops und Fortbildungen finden jetzt kurzerhand im Netz statt. An vier Terminen im Juni bietet die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein zum Beispiel das Web-Seminar "Digitale Bildung" an. Online-Workshops zum Thema "Was haben (post)koloniale Strukturen und Corona mit der Klimakrise zu tun?" der BUNDjugend Berlin haben stattgefunden, ebenso Online-Seminare zu Hatespeech (Junge Humanist_innen) oder diskriminierender (Bild-)Sprache (BDKJ Berlin). Oder sogar eine Online-Juleica-Schulung (CVJM-Ostwerk). Die Jungen Humanist_innen machen einen Online-Workshop "Mundschutz basteln", SJD-Die Falken haben im Mai eine Fortbildung für politische Teamer_innen angeboten.

++ Freizeitangebote ++

Egal, ob eine mehrteilige Gitarrenschule mit der Schreberjugend oder Trainingsvideos mit der Sportjugend Berlin: Mit Angeboten aus Jugendverbänden wird die Corona-Zeit nicht langweilig. Ganze Wochenpläne mit Angeboten bieten derzeit zum Beispiel auch das Jugendnetzwerk Lambda, die Junge Europäische Bewegung Berlin-Brandenburg oder das CVJM-Ostwerk an:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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++ #leavenoonebehind ++

Jugendverbände setzen sich derzeit verstärkt gegen die untragbaren Zustände in den Lagern geflüchteter Menschen an den europäischen Außengrenzen ein. Bei einer Online-Demo mit Plakaten und Transpis haben SJD-Die Falken mit anderen auf die humanitäre Katastrophe aufmerksam gemacht. Das unabhängige Jugendzentrum JUP des BDP Berlin hat an der Seebrücke-Demo mitgemacht und fordert die sofortige Evakuierung aller Menschen aus den Lagern, genau wie die DGB-Jugend mit weiteren Gewerkschaftsjugenden in einem offenen Brief an die Bundesregierung:

++ Klarkommen mit der Krise ++

Natürlich vergessen Jugendverbände auch in Krisenzeiten nicht, wie gelebte Solidarität unseren Zusammenhalt stärkt. Das Berliner Jugendrotkreuz hat eine Aktion gestartet, bei der man Briefe und Postkarten an Senior_innen senden kann, die DGB-Jugend setzt sich für schnelle und bessere Unterstützung Studierender ein, der Jugendclub der Schreberjugend Berlin InSideOut bietet regelmäßige Hausaufgabenhilfe und Beratungen für Kinder und Jugendliche an, denen die Decke auf den Kopf fällt. Und die Pfadfinder_innen des VCP zeigen, wie man sich eine eigene Schutzmaske näht:


...und wem vor so viel Engagement der Jugendverbände schon ganz schwindlig ist, dem können wir zur Beruhigung nur noch dieses Video des Sonnenhaus Berlin, einer Freizeiteinrichtung der Schreberjugend Berlin, ans Herz legen. Da die drei Berliner Stadtziegen auf Grund von Corona vom Sonnenhaus in einen kleineren Garten umziehen mussten, dürfen sie sich nun auf tägliche Spaziergänge begeben.