Drei Arme mit Aufschrift Stop Bullying gegen Gewalt und Mobbing an Schulen

ABJ-Fachtag 2020: "Gewalt. Macht. Schule."

Gewalt, Ausgrenzung, Diskriminierung: Der Fachtag des Arbeitskreises der Berliner Jugendbildungsstätten (ABJ) beschäftigt sich am 18. Februar 2020 mit Möglichkeiten und Herausforderungen in der Zusammenarbeit von Schulen und Jugendbildungsstätten auf diesem Themenfeld.

Die Beschäftigung mit Phänomenen von Gewalt, Ausgrenzung und Diskriminierung sind sowohl für Schulen als auch Jugendbildungsstätten wichtige Themenfelder, welche in vielfältigen Formen der Zusammenarbeit bearbeitet werden. Im Rahmen des Fachtags der Berliner Jugendbildungsstätten soll in Fachvorträgen und fünf Workshops gefragt werden, mit welchen Formen und Ebenen von Gewalt wir es aktuell zu tun haben.

Die Leitfragen des Fachtags
  • Welche Ansätze und Methoden in der Auseinandersetzung mit Gewalt zeigen Wirkung?
  • Inwiefern können Jugendbildungsstätten im Umgang mit Gewalt- und Ausgrenzungserfahrungen Unterstützung für Schulen und Schüler_innen bieten?
  • An welche Grenzen stoßen sie aufgrund ihrer überwiegend kurzzeitpädagogisch ausgerichteten Arbeitsweise, aber auch aufgrund der Strukturen der Institution Schule?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich aus dem Zusammentreffen der Ansätze schulischer und außerschulischer politischer Bildung und wie kann mit diesen umgegangen werden?
Diese Workshops werden angeboten

Rassismus in der Schule als strukturelle Gewaltform
(JBS Kaubstraße, WannseeFORUM)

Die Schule kann beides: ein Ort der Motivation, des Empowerments und der inspirierenden Wissensvermittlung sein – oder ein Ort, an dem Schüler_innen, die nicht zur weißen Mehrheitsgesellschaft zugeordnet werden, mit Alltagsrassismus zu kämpfen haben, seitens der Mitschüler_innen und/oder seitens der Lehrkräfte. Beides ist identitätsstiftend, beides hinterlässt tiefgreifende Effekte in der Entwicklung eines jungen Menschen. In unserem Workshop möchten wir uns damit auseinandersetzen, welche Umgänge die Institution Schule mit den alltagsrassistischen Erfahrungen der Schüler_innen pflegt. Wir gehen der Frage nach, welche Strategien im schulischen und außerschulischen Rahmen notwendig sind, um junge Menschen, die von struktureller Gewalt betroffen sind, zu empowern. Gleichzeitig schauen wir uns an, welche Best-Practice-Beispiele im Kontext Schule zu einem chancengerechteren, weil rassismussensiblen Bildungsformat führen können.

Umgang mit Gewaltphänomenen an Berliner Schulen – welche Rolle kann die außerschulische Bildung spielen?
(Bildungsstätte der Sportjugend Berlin, Helmut-Gollwitzer-Haus)

Der Workshop beschäftigt sich mit Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugendbildungsstätten im Bereich Umgang mit verschiedenen Gewaltphänomenen. Wir möchten uns Handlungsansätze zur Gewaltprävention, die in den Schulentwicklungskonzepten vorgesehen sind, ansehen. Wo sind deren Ziele kongruent mit Ansätzen außerschulischer politischer Jugendbildung, und wo gibt es möglicherweise Unterschiede? Inwiefern spielen auch strukturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge eine Rolle? Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Unterstützung insbesondere die Schüler_innen brauchen und welchen Beitrag dabei die Jugendbildungsstätten leisten können. Exemplarisch werden ausgewählte Seminarangebote beider Bildungsstätten vorgestellt.

Prävention in der außerschulischen Jugendbildung
(DGB JBS Flecken Zechlin)

Prävention will verhindern, dass ein bestimmtes Ergebnis oder ein bestimmter Zustand eintritt. Prävention ist zukunftsgerichtet, wobei die Zukunft unsicher bleibt und dem Verdacht unterliegt. Prävention verspricht unerwünschte Verhaltensweisen zu verhindern und dient so als Strategie des Einsparens. Aber wie war das gleich mit der Bildung? Sollte sie nicht so was wie der Ausgangspunkt emanzipativer Prozesse sein? Ist sie nicht Voraussetzung für Selbstbestimmung und Emanzipation? Wir wollen der Frage nachgehen was der Präventionsdiskurs mit dem Bildungsbegriff macht. Und: Was bedeutet es für außerschulische Jugendbildung, wenn Bildung nicht mehr als Instrument der Freiheit begriffen wird?

Cybermobbing – Alltag für Kinder und Jugendliche?!
(Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein)

Cybermobbing ist im Alltag von Kindern und Jugendlichen ein ernst zunehmendes Problem. Die Auseinandersetzung mit Cybermobbing muss die individuelle Perspektive ebenso einbeziehen wie gesellschaftliche Strukturen und Phänomene des Zusammenlebens. Der Workshop will Cybermobbing als Herausforderung für die außerschulische Bildung klären. Dabei sollen im Mittelpunkt vor allem Schritte des Erkennens von Strukturen stehen, die zum (Cyber)Mobbing führen können. Gesellschaftliche Komponenten von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden betrachtet und so das Zusammenwirken von Erscheinungsformen und gesellschaftlichen Ursachen verdeutlicht. Methoden aus der Praxis geben Einblicke in unsere Bildungsarbeit.

Eene meene muh und raus bist Du?!
(Jugendbildungsstätte Haus Kreisau)

Wo beginnt Ausgrenzung? Es braucht dazu gar nicht die Katastrophen und Kriege dieser Welt. Wie gehen wir mit Diskriminierung und Gewalt um? Heute erfahren viele Jugendliche diese im privaten und beruflichen Umfeld. Sind die Hürden für „Angriffe” jeglicher Art, ob in den sozialen Medien oder face to face nur gefühlt deutlich gesunken? Sind demokratische Werthaltungen nur noch Worthülsen? Wie können diese mit Inhalt gefüllt werden? Welche gelten für mich persönlich, welche gelten für das gesellschaftliche Zusammenleben? Wie kann man in beruflichen Schulen und in Ausbildungsbereichen Ausgrenzungserfahrungen entgegenwirken bzw. diese gar nicht erst entstehen lassen? Anhand exemplarischer Seminarangebote wollen wir uns im Workshop dieser Thematik annähern.

Datum und Ort

18. Februar 2020, 13:30-18:00 Uhr

Berliner Landeszentrale für politische Bildung
Hardenbergstr. 22-24
10632 Berlin
S+U Zoologischer Garten
(Link zu Google Maps)

Anmeldung zum Fachtag "Gewalt. Macht. Schule."

Adresse
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Eine ausführliche Beschreibung der Workshops gibt es im Flyer zum ABJ-Fachtag.
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Veranstalter

Der Fachtag wird veranstaltet von den Berliner Jugendbildungsstätten, zusammengeschlossen im Landesjugendring Berlin und in Kooperation mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.