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FAQ: Wähl Berlin ab 16!

Am 20. September 2026 wählt Berlin. Zum ersten Mal dürfen 16- und 17-Jährige mitmachen. Hier erklären wir dir alles, was du dafür wissen musst.

Nix für uns: Jugendclubs, die seit Jahren auf Sanierung warten. Radwege, die aufhören, wo sie anfangen sollten. Wohnungen, die sich kein Azubi leisten kann. Das ist die Realität für viele junge Menschen in Berlin.

Was für uns: Am 20. September 2026 kannst du zum ersten Mal selbst mitentscheiden, wer das ändern soll. Denn bei der Berlin-Wahl gilt erstmals Wahlalter 16. Das ist deine Chance – und die wollen wir gemeinsam nutzen.

Folg uns auf Instagram @landesjugendring.berlin für aktuelle Infos rund um die Berlin-Wahl und lern unsere Forderungen kennen. Du findest sie auch auf ljrberlin.de/wahl2026/forderungen.

Warum ist es wichtig, dass ich wählen gehe?

Dafür gibt es viele gute Gründe!

  • Deine Stadt, deine Stimme. Das Abgeordnetenhaus entscheidet über Dinge, die dich direkt betreffen: Schulen, Busse und Bahnen, Wohnungen, Jugendclubs, Radwege. Du solltest da mitreden dürfen.
  • Du hast das Recht zu wählen - nutz es! Dieses Recht ist neu. Bei der letzten Berlin-Wahl durften 16- und 17-Jährige noch nicht wählen. Jetzt dürfen sie es. Dafür haben wir als Landesjugendring Berlin über 13 Jahre lang gekämpft.
  • Wählen ist gelebte Demokratie: Demokratie funktioniert am besten, wenn alle mitmachen und ihre Stimme abgeben. Ohne Wähler*innen gibt es keine Demokratie. Also mach mit! 
  • Wenn du nicht wählst, entscheiden andere über dich. Viele Wahlberechtigte in Berlin sind deutlich älter als du: Rund ein Drittel der Wahlberechtigten ist über 60 Jahre alt, mehr als die Hälfte ist über 50 Jahre alt. Es sollten nicht nur ältere Menschen über die Politik in Berlin bestimmen. Darum ist deine Stimme wichtig!
  • Jede Stimme zählt. Wahlen können sehr knapp ausgehen. Deine Stimme kann den Unterschied machen.
  • Du sendest ein Signal. Mit deiner Stimmabgabe zeigst du Parteien und Politiker*innen, dass junge Menschen wählen – und dass sie eure Themen ernst nehmen müssen.
  • Jugendthemen brauchen mehr Aufmerksamkeit. Bezahlbare WG-Zimmer, sichere Radwege, sanierte Jugendclubs: Auch darüber wird im Abgeordnetenhaus entschieden. Darum braucht es auch eure Stimmen.

Also: Geh am 20. September wählen! Deine Stimme entscheidet mit.

Wen soll ich wählen?

Du fragst dich, welche Partei am besten das vertritt, was dir wichtig ist? Dafür gibt es verschiedene Wege:

  • Wahlprogramme der Parteien (LINK!) lesen: Dort steht, was den einzelnen Parteien wichtig ist. Es gibt auch ein Heft auf u18.berlin, in dem die Parteien zu Fragen Stellung nehmen, die besonders für junge Menschen wichtig sind.
  • Wahlkampfstände: Vor der Wahl stehen Parteien an Plätzen und vor U-Bahnhöfen. Sprich sie einfach an und stell deine Fragen!
  • Wahl-O-Mat: Du weißt schon was dir wichtig ist und was du richtig und falsch findest? Dann kannst du auf wahl-o-mat.de Fragen beantworten. Am Ende wird dir angezeigt, mit welchen Parteien du die meisten Übereinstimmungen hast. Der Berliner Wahl-O-Mat geht voraussichtlich ab 24. August online.
  • Fake News erkennen: Gerade auf TikTok und Instagram verbreiten sich vor Wahlen viele Falschinformationen. Tipps, wie du sie erkennst, gibt es bei der Berliner Landeszentrale für politische Bildung oder im Magazin von U18.
  • Unser Hinweis an dich: Viele Erwachsene wählen aus dem Bauch heraus oder wählen einfach etwas, das sie schon seit vielen Jahren wählen. Lass dir nicht einreden, dass du zu jung zum Wählen bist! Junge Menschen sind oft viel besser informiert als Erwachsene!

Wähl die demokratische Partei, die deine Meinung am besten vertritt. Du kannst dabei nichts falsch machen.

Was wähle ich da eigentlich? Was ist das Abgeordnetenhaus?

Das Abgeordnetenhaus ist das Landesparlament von Berlin. Hier sitzen die Politiker*innen, die für Berlin Gesetze beschließen, zum Beispiel darüber, wie viel Geld in Schulen fließt, wie der ÖPNV ausgebaut wird, ob neue Wohnungen gebaut werden oder ob Jugendclubs saniert werden. Außerdem wählt das Abgeordnetenhaus den*die Regierende*n Bürgermeister*in. 

Die Wahl findet alle 5 Jahre statt. Bei der Abgeordnetenhauswahl hast du zwei Stimmen: Du wählst eine Person aus deinem Wahlkreis (deine Erststimme) und eine Partei, die deiner Ansicht nach viele Plätze im Parlament bekommen soll (deine Zweitstimme). Eine Partei kommt ins Abgeordnetenhaus, wenn sie mindestens 5% der Stimmen bekommen hat.

Kurz: Was in Berlin politisch passiert, entscheiden die Menschen, die du ins Abgeordnetenhaus wählst.

Eine Übersicht, wie Berlins Landespolitik funktioniert, findest du auf diesem Plakat:

Und was ist die BVV – und warum wähle ich die auch?

BVV steht für Bezirksverordnetenversammlung – das ist das Parlament deines Bezirks. Berlin hat zwölf Bezirke (Mitte, Pankow, Neukölln, Reinickendorf, Spandau usw.), und jeder Bezirk hat sein eigenes kleines Parlament.

Die BVV kümmert sich um Dinge direkt in deinem Kiez, zum Beispiel Jugendfreizeiteinrichtungen, Parks, lokale Bauprojekte oder Schulen in deinem Bezirk. Das ist also die Wahl, die deinem Alltag am nächsten ist.

Bei der BVV-Wahl hast du eine Stimme. Damit wählst du eine Partei. Eine Partei kommt in die BVV, wenn sie mindestens 3% der Stimmen in deinem Bezirk bekommt.

Eine Übersicht, wie Berlins Bezirkspolitik funktioniert, findest du auf diesem Plakat:

Wie viele Stimmen habe ich und wie muss ich wählen?

Du bekommst bei der Berlin-Wahl zwei Stimmzettel und machst darauf insgesamt drei Kreuze:

Stimmzettel 1: Abgeordnetenhauswahl

Auf diesem Zettel machst du zwei Kreuze. Sie stehen für deine Erststimme und deine Zweitstimme.

  • Erststimme: Damit wählst du eine Person aus deiner Nachbarschaft (dem sogenannten Wahlkreis). Die Partei, der die Person angehört, steht neben dem Namen. Wer in seinem Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, zieht direkt ins Abgeordnetenhaus ein. Berlin ist in 78 solcher Wahlkreise aufgeteilt. 
  • Zweitstimme: Damit wählst du eine Partei. Diese Stimme entscheidet, wie viele Plätze eine Partei insgesamt im Abgeordnetenhaus bekommt. Die Zweitstimme ist damit die wichtigere der beiden Stimmen für die großen Kräfteverhältnisse in der Politik.

Eine Partei muss mindestens 5% aller Zweitstimmen bekommen, um ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Parteien, die darunter bleiben, können nicht ins Abgeordnetenhaus einziehen. Das solltest du bei kleinen Parteien im Hinterkopf behalten.

Du kannst natürlich auch verschiedene Parteien für Erststimme und Zweitstimme wählen, zum Beispiel wenn du eine bestimmte Person gut findest, aber ihre Partei nicht. Das nennt sich Stimmensplitting und ist völlig erlaubt.

Stimmzettel 2: BVV-Wahl

Hier machst du nur ein Kreuz. Damit wählst du dann eine Partei oder Wähler*innen-Gemeinschaft für das Bezirksparlament in deinem Bezirk. 

Eine Partei kommt in die BVV (die "Bezirksverordnetenversammlung"), wenn sie mindestens 3% der Stimmen in deinem Bezirk bekommt. Das ist also anders als bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus.

Mehr Infos dazu und zu weiteren Fragen findest du auch im Heft "Berlin wählt: Meine Stadt. Meine Stimme." von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.

Wer darf alles bei der Berlin-Wahl 2026 wählen?

Du darfst bei der Abgeordnetenhauswahl wählen, wenn du:

  • am 20. September 2026 mindestens 16 Jahre alt bist (also vor dem 21. September 2010 geboren bist)
  • einen deutschen Pass hast
  • seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnst, also seit dem 20. Juni 2026

Bei der BVV-Wahl gelten dieselben Regeln – mit einer Ausnahme: Hier dürfen auch Personen mit einem EU-Pass ab 16 Jahren wählen, wenn sie in Berlin wohnen. Dafür kann es sein, dass man sich vorher noch ins Wähler*innen-Verzeichnis eintragen muss.

Ich habe keinen deutschen Pass, sondern einen aus einem anderen EU-Land. Darf ich trotzdem wählen?

Bei der Abgeordnetenhauswahl: Nein. Dafür ist der deutsche Pass Voraussetzung.

Bei der BVV-Wahl: Ja! Wenn du einen Pass aus einem EU-Staat hast und in Berlin wohnst, darfst du das Bezirksparlament wählen. Du bekommst deine Wahlbenachrichtigung rechtzeitig vor der Wahl zugeschickt.

Du hast keinen Brief bekommen, bist aber wahlberechtigt? Dann stehst du womöglich noch nicht im Wähler*innen-Verzeichnis und musst Kontakt zum Bezirkswahlamt in deinem Bezirk aufnehmen.

Ich habe noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen. Was jetzt?

Die Wahlbenachrichtigungen werden ab dem 10. August 2026 verschickt. Wenn du bis Ende August noch keine bekommen hast, obwohl du wahlberechtigt bist, melde dich beim Bezirkswahlamt in deinem Bezirk. Eine Übersicht der Bezirkswahlämter findest du hier: berlin.de/wahlen/organisation/bezirkswahlleitung.

Ich bin nicht im Wähler*innen-Verzeichnis. Wie komme ich da rein?

Du stehst noch nicht im Wähler*innen-Verzeichnis und hast seit dem 10. August 2026 einfach noch keine Wahlbenachrichtigung bekommen, obwohl du wahlberechtigt bist? Das kann passieren, wenn du nicht in Berlin gemeldet bist, keine Wohnung hast, erst neu in Berlin wohnst und noch am alten Wohnort gemeldet bist - oder es einen Fehler bei der Datenübertragung aus dem Melderegister gab. 

Du kannst dich in das Wähler*innen-Verzeichnis eintragen lassen. In Berlin musst du dich dafür an das Bezirkswahlamt in deinem Bezirk wenden. Das kannst du schriftlich oder persönlich machen. Du musst dann das Formular "Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis" ausfüllen und rechtzeitig einreichen. Eine Übersicht der Bezirkswahlämter findest du hier: berlin.de/wahlen/organisation/bezirkswahlleitung/bezirksauswahl

So gehst du vor:

  • Frage erst einmal beim Bezirkswahlamt deines Bezirks nach, ob du im Wähler*innen-Verzeichnis stehst.
  • Du stehst nicht drin? Dann stelle den "Antrag auf Eintragung ins Wählerverzeichnis". Du bekommst es beim Bezirk.
  • Gib den Antrag bei deinem Bezirkswahlamt ab. Bringe am besten deinen Personalausweis mit. Falls nötig auch deine Meldebestätigung.
  • Der Antrag muss in der Regel bis zum 21. Tag vor der Wahl gestellt werden. Der Bezirk muss ihn also spätestens am 30. August 2026 haben.

Wichtiger Hinweis: Wenn du nach Berlin umgezogen bist oder nicht im Melderegister geführt wirst, gelten besondere Regeln. Dann musst du die Eintragung in deinem Bezirk meist aktiv beantragen. Das heißt: Hingehen und nachfragen!

Wie mache ich Briefwahl?

Du bist am Wahltag nicht in Berlin oder willst nicht ins Wahllokal? Kein Problem: Du kannst Briefwahl machen. Das geht ab dem 10. August 2026 so:

  1. Beantrage deine Briefwahlunterlagen: Das geht mit deiner Wahlbenachrichtigung, die du per Post erhalten hast. Einfach die Rückseite ausfüllen und abschicken. 

    Alternative: Du kannst vor dem 15. September auch den QR-Code auf der Wahlbenachrichtigung scannen. Er führt dich direkt zur Online-Beantragung. Deine Daten sind dort schon eingetragen.
     
  2. Du bekommst einen neuen Brief mit deinen Briefwahlunterlagen. Darin ist auch eine Anleitung, in welchen Umschlag du deine Wahlzettel tun musst, damit alles passt.
     
  3. Du füllst den Stimmzettel zuhause aus und steckst ihn in den weißen Umschlag. Dann unterschreibst du den Wahlschein (WICHTIG: auf gar keinen Fall den Stimmzettel oder den Umschlag unterschreiben - sonst ist deine Wahl ungültig!). Den weißen Umschlag und den Wahlschein steckst du in den roten Wahlbrief und schickst ihn zurück. Eine Briefmarke musst du dafür nicht kaufen und aufkleben.


Wichtig: Der Brief muss spätestens am 20. September 2026 bis 18 Uhr beim Bezirkswahlamt ankommen. Schick ihn also lieber ein paar Tage früher ab, allerspätestens 3 Tage vor der Wahl!

Wie du bei deiner Briefwahl alles richtig machst, erklärt dir mit einfachen Worten die Seite „Briefwahl“ der Bundeszentrale für politische Bildung.

Was ist mit Volksentscheiden – darf ich da auch mitmachen?

Ja! Volksentscheide sind eine Form der direkten Demokratie: Alle wahlberechtigen Berliner*innen können dabei direkt über ein Thema abstimmen, ohne Umweg über Parteien und Parlament. Das kann zum Beispiel über Bauprojekte, Klimaschutz oder Wohnungspolitik gehen.

Mit dem neuen Wahlalter 16 dürfen 16- und 17-Jährige jetzt auch bei Volksentscheiden mitmachen. Das bedeutet mehr echte Mitbestimmung! Früher war das erst ab 18 möglich.

Ich bin noch nicht 16, aber ich will auch wählen. Was kann ich tun?

Kennst du schon die Kinder- und Jugendwahl U16? Hier kannst du 9 Tage vor der Berlin-Wahl, also am 11. September 2026 wählen gehen. Bei der Wahl können ALLE mitmachen, die jünger als 16 sind. Wahllokale gibt es an vielen Orten in Berlin, z.B. in Jugendclubs. Es gibt auch eine Übersicht der Wahllokale. Hier kannst du deine Stimme abgeben.

Mit deiner Stimme kannst du Politik leider nicht direkt beeinflussen. Du kannst dich dabei aber mit deiner Meinung, deinen Werten und unserer Demokratie auseinandersetzen. Die U16-Wahl ist also eher ein Bildungsprojekt. Das Ergebnis der U16-Wahl interessiert immer viele Erwachsene, auch wenn es keine „echte“ Wahl ist.

Alle Infos zur U16-Wahl in Berlin gibt es hier: https://u16.berlin

Was fordert der Landesjugendring Berlin – und warum ist das für meine Wahlentscheidung relevant?

Mehr günstige Wohnungen für junge Menschen, Jugendclubs sanieren, Jugendverbände besser fördern oder eine Jugendstrategie für Berlin: 

Wir haben als Landesjugendring Berlin zehn Forderungen aufgestellt, die aus unserer Sicht kein neuer Berliner Senat ignorieren darf. Schau, welche Parteien sich dazu bekennen. Das kann dir bei deiner Entscheidung helfen.

Unsere Forderungen findest du auf ljrberlin.de/wahl2026/forderungen.

Ich finde gut, was ihr macht. Wie kann ich euch unterstützen?

Vielen Dank, darüber freuen wir uns riesig! Kennst du Leute, die 16 oder 17 Jahre alt sind? Dann kannst du mithelfen, dass möglichst viele junge Berliner*innen von ihrem neuen Wahlrecht erfahren:

  • Erzähl es weiter. Sag deinen Freund*innen, dass sie dieses Jahr zum ersten Mal wählen dürfen und sprecht gemeinsam darüber, was euch in Berlin wichtig ist.
  • Teile unsere Beiträge. Folg uns auf Instagram @landesjugendring.berlin und teile unsere Posts zur Wahl. So kannst du uns helfen, damit noch mehr 16- und 17-Jährige wissen, dass sie an der Berlin-Wahl teilnehmen können.
  • Häng unser Plakat auf. Wir haben ein Plakat gemacht, das überall aufgehängt werden kann, wo es junge Menschen sehen können. Wir schicken dir gerne kostenlos eines zu, wenn dir ein Ort dafür einfällt! Schreib uns einfach eine Mail!

Mehr Informationen zum Landesjugendring Berlin findest du bei „Über uns“. Und wenn du Fragen an uns hast, schreib uns eine DM bei Instagram oder eine E-Mail!

Du hast noch mehr Fragen?

Melde dich mit deiner Frage einfach bei uns! Wir versuchen dir zu helfen und die Antwort auf deine Frage zu finden.

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