U16-Wahl Berlin 2026: Linke gewinnt deutlich vor Grünen, AfD erzielt nur 5,8%
Bei der Kinder- und Jugendwahl U16 zur Berliner Abgeordnetenhauswahl haben vom 7. bis 11. September 2026 insgesamt 39.374 Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ihre Stimme abgegeben – mehr als doppelt so viele wie bei der letzten U16-Wahl 2021 (16.763). Die Linke gewann mit 32,8 Prozent deutlich vor den Grünen, die AfD kam auf niedrige 5,8 Prozent.
Organisiert wurde die U16-Wahl vom Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung in der Kinder- und Jugendhilfe (Träger: Pestalozzi-Fröbel-Haus), gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. 301 von 352 angemeldeten Wahllokalen – in Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen, Bibliotheken und im öffentlichen Raum – reichten ihre Ergebnisse fristgerecht ein. Wählen durfte jede*r junge Mensch in Berlin unterhalb der Altersgrenze, unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Da die Teilnahme freiwillig ist, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ für alle Berliner Kinder und Jugendlichen.
Die Linke gewann die U16-Wahl mit 32,8 Prozent klar vor Bündnis 90/Die Grünen mit 20,9 Prozent. Es folgen die SPD mit 11,9 Prozent, die CDU mit 8,3 Prozent und die Tierschutzpartei mit 7,7 Prozent. Die AfD kam auf 5,8 Prozent, auf sonstige Parteien entfielen 12,6 Prozent der Stimmen. Das ausführliche Ergebnis, auch nach Bezirken und BVV aufgeschlüsselt, gibt es unter www.u16.berlin.
"Politik und Gesellschaft sind gefordert, jungen Menschen mehr Mitbestimmung zu geben"
Scarlett Strehlow vom Landeskompetenzzentrum für Beteiligung und Demokratiebildung ordnet das Ergebnis ein: „Obwohl bei der diesjährigen Wahl zum Abgeordnetenhaus erstmals regulär ab 16 Jahren gewählt werden darf, spielen die Perspektiven und Anliegen junger Menschen in politischen Debatten noch immer eine zu geringe Rolle. Dabei sind Kinder und Jugendliche von politischen Entscheidungen besonders betroffen – und müssen mit ihren Folgen am längsten leben. Die U16-Wahl zeigt eindrucksvoll: Junge Menschen können sich eine eigene politische Meinung bilden und wollen Verantwortung übernehmen."
Bei der U16-Wahl geht es nicht nur um die Stimmabgabe selbst: Im Vorfeld haben sich Kinder und Jugendliche in ganz Berlin mit politischen Inhalten auseinandergesetzt, Fragen an Parteien formuliert und eigene Visionen diskutiert – unterstützt von Fachkräften der Jugendarbeit und Lehrkräften oder ganz selbstständig. Min, 11 Jahre, bringt es auf den Punkt: „Ich finde es cool, dass es die U16-Wahl gibt, weil ich es wichtig finde, dass von Kindern auch die Meinung gehört wird."
Die U16/U18-Wahlen gibt es seit 30 Jahren; bundesweit koordiniert sie der Deutsche Bundesjugendring. Bei der letzten U18-Wahl in Berlin (Bundestagswahl 2025) hatten 32.497 junge Menschen teilgenommen. Was die Kinder- und Jugendwahl U16/U18 genau ausmacht, erklären die Organisator*innen hier.