Forderung: Sommerferien für Studierende schützen

Forderung: Ferienschutz für Studierende
Forderung: Ferienschutz für Studierende

15.02.2018 | Studierende Berliner Hochschulen sollen in den Schulsommerferien keine verpflichtenden Klausuren oder andere Leistungen mehr erbringen müssen. Dafür sollen sich die Hochschulen und das Land Berlin einsetzen. Das fordert der Landesjugendring Berlin im Rahmen der Kampagne „EA-TEAM: Mission gutes Ehrenamt“. Den „Ferienschutz“ brauchen die Studierenden, um sich ehrenamtlich zum Beispiel auf Ferienfreizeiten von Jugendverbänden engagieren zu können.

Allein 174 Ferien- und Freizeitangebote haben Berliner Jugendverbände 2016 durchgeführt. Ein Großteil der Fahrten ist nur mit ehrenamtlichen Betreuer_innen machbar, meist sind das Studierende. Sie kümmern sich um das Programm, sind rund um die Uhr ansprechbar, machen pädagogische Angebote und kommen ihrer Aufsichtspflicht nach. „Teilweise müssen die Ehrenamtlichen während Sommerfreizeiten wechseln, damit sie ihren Verpflichtungen an der Uni nachgehen können und andere kommen dann nach“, sagt Jürgen Stein, Abteilungsleiter Jugend bei der Sportjugend Berlin. Darunter leidet das Klima auf der Freizeit, zusätzliche Kosten entstehen.

Studierenden ist es heute kaum mehr möglich, sich in den schulischen Sommerferien ehrenamtlich bei Ferienmaßnahmen von Jugendverbänden zu engagieren. Berliner Hochschulen sollen daher sicherstellen, dass es während der Schulsommerferien keine verpflichtenden Klausuren, Leistungsnachweise oder Veranstaltungen mehr gibt, fordert der Landesjugendring Berlin. Ein solcher „Ferienschutz“ muss im Hochschulgesetz verankert werden. Dort muss auch festgeschrieben sein, die besonderen Bedürfnisse ehrenamtlich engagierter Studierender zu berücksichtigen – ähnlich wie zum Beispiel in Rheinland-Pfalz.

„Der Ferienschutz für Studierende ist für Berliner Jugendverbände von großer Bedeutung“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des Landesjugendring Berlin. „Viele Verbände sind sonst gezwungen, ihre Freizeitangebote einzuschränken.“ Studierende können eine Teilnahme als Betreuer_in selten sicher zusagen oder sagen bereits im Vorfeld ab, mit Blick auf mögliche Klausuren in der Zeit der Sommerferien. Das bestätigt auch Anai, Studentin und ehrenamtlich aktiv bei den Falken Berlin. Wegen eines Studienprojekts in den Semesterferien konnte sie nicht zum Camp an der Ostsee mitfahren: „Mein Wegfall war für die gesamte Maßnahme kritisch. Wir haben eigentlich nie genug Leute, die ehrenamtlich für drei Wochen Kinder und Jugendliche betreuen können.“

Über die Kampagne:
Mit der Kampagne „EA‐TEAM: Mission gutes Ehrenamt“ macht der Landesjugendring die Berliner Politik auf Probleme aufmerksam, die ehrenamtliches Engagement junger Menschen erschweren. Sieben Forderungen zeigen, wo junge Ehrenamtliche mehr Zeit und Anerkennung für Engagement brauchen. Allein in Berliner Jugendverbänden engagieren sich 51.215 junge Menschen ehrenamtlich. www.team‐junges‐ehrenamt.berlin

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