Impulspapier: Das brauchen junge Menschen, um in Berlin gut unterwegs zu sein
Mobilität bedeutet für junge Menschen mehr, als nur von A nach B zu kommen. Junge Menschen haben spezifische Bedarfe an Mobilität, die sie zu einer eigenen Zielgruppe von Mobilitätspolitik machen. Als diese werden sie aber noch nicht wahrgenommen. Im Impulspapier des Landesjugendrings steht, wie eine jugendgerechte Mobilitätspolitik aussehen muss.
Was brauchen junge Menschen, um in Berlin gut unterwegs zu sein? Diese Frage stand im Fokus der Denkwerkstatt „Jugendgerechte Mobilitätspolitik“. Ein Expert*innenkreis aus politischer Verwaltung, Interessenvertretungen, Fachorganisationen und Wissenschaft sammelte Impulse und diskutierte gemeinsam Aspekte einer jugendgerechten Mobilitätspolitik. Daraus ergeben sich zentrale Anforderungen an eine jugendgerechte Mobilitätspolitik:
- Zugänge für alle ermöglichen: Kostenfreie bzw. kostengünstige Tickets, damit Kosten für Mobilität nicht zu beruflichen, sozialen, gesellschaftlichen Ausschlüssen für junge Menschen führen.
- Nutzbarkeit für alle ermöglichen: Umfassende Barrierefreiheit, die nicht nur physische Zugänglichkeit, sondern auch verständliche Kommunikation, Orientierung und selbstständige Nutzung für alle Nutzer*innen sicherstellt.
- Sichere Infrastruktur schaffen: Rad- und Fußwegesystem ausbauen, Sicherheit im Straßenverkehr (bspw. durch Tempo 30)
- Attraktivität des ÖPNV steigern: Sicherheit gewährleisten in den Verkehrsmitteln, an Aufenthaltsorten wie Haltestellen und U-Bahnhöfen sowie den Wegen dorthin, Aufenthaltsqualität steigern, indem Bedarfe junger Menschen wahr- und ernst genommen werden
- Mobilitätsangebote erweitern: günstige Sharing Angebote bis an den Stadtrand, intermodales Ticketing, Mitnahme von Rädern/E-Scootern im ÖPNV ermöglichen
- Jugendfreundliche Mobilität konzeptionell gestalten: Evidenzbasierte Mobilitätsplanung und Beteiligung junger Menschen
- Zukunftsorientiert planen: ressourcenschonend, klimasensibel, barrierefrei und sozial gerecht handeln, Gesundheitsaspekte in den Blick nehmen, Mobilitätsgesetz umsetzen, Verkehrswende verwirklichen
Eine jugendgerechte Mobilitätspolitik weiß, dass junge Menschen selbstbestimmt, zuverlässig und sicher mobil sein wollen, sowohl in der Innenstadt als auch am Stadtrand. Junge Menschen wollen eigenständig mobil sein, ohne auf andere angewiesen zu sein. Eigenständige Mobilität ist ein wichtiger Schritt in die Selbständigkeit und Voraussetzung für Teilhabe.
Junge Menschen sind vor allem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV in Berlin unterwegs. Sie brauchen deshalb gute und sichere Fuß- und Radwege, einen verlässlichen ÖPNV und Verkehrswege und -mittel, die günstig, bestenfalls kostenlos, zur Verfügung stehen. Als Nutzer*innen dieser Mobilitätsmittel gehören junge Menschen aber auch zu einer besonders vulnerablen Gruppe. Das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle, das Mobilitätsgesetzes mit der „Vision Zero“ muss endlich konsequent umgesetzt werden.
Und es gilt: Jugendgerechte Mobilitätspolitik muss zukunftsorientiert sein, also sozial gerecht, ressourcenschonend und klimabewusst gestaltet werden.
Mitwirkende
Das Impulspapier beruht auf einer Denkwerkstatt des Landesjugendring Berlin, bei der mit einem vielfältig besetzten Expert*innenkreis aus politischer Verwaltung, Interessenvertretungen, Fachorganisationen und Wissenschaft Aspekte einer jugendgerechten Mobilitätspolitik diskutiert wurden. Mitgewirkt haben:
- ADFC Berlin
- Changing Cities
- Deutsche Plattform für Mobilitätsmanagement (DEPOMM) e.V.
- Deutsches Institut für Urbanistik
- Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
- VCD Verkehrsclub Deutschland e.V.
- und weitere