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Zwei, keins, viele? Geschlecht in der Jugendarbeit – Juleica-Netzwerktreffen 2027

28.01.2027 | Dieses Jahr ist das Thema des Netzwerktreffens „Geschlecht in der Praxis von Jugendleiter*innen“.

Wie können Räume geschaffen werden, in denen alle angesprochen werden, ohne festgeschriebene geschlechtliche Identitäten vorauszusetzen? Wie kann Mädchen*- und Jungen*arbeit gestaltet werden, ohne Zweigeschlechtlichkeit festzuschreiben? Wann und in welcher Form machen geschlechtsspezifische Schutzräume Sinn? Welche Methoden helfen, diesen Fragen in der Praxis als Jugendleiter*in zu begegnen? Im Juleica-Netzwerktreffen wollen wir uns mit dem Thema Geschlechtlichkeit genauer beschäftigen, bisherige Denkmuster hinterfragen und die eigene Jugend(verbands)arbeit gemeinsam weiterentwickeln. 

Dafür wird es die Möglichkeit geben, in zwei 70-minütigen Workshopphasen neue Sichtweisen und Methoden kennenzulernen. In jeder Workshopphase werden die selben drei Workshops parallel angeboten. Ihr könnt damit zwei der drei Angebote auswählen und besuchen (eure Auswahl könnt ihr unten im Anmeldeformular angeben):

Workshop 1: Haltung reflektieren

Wer gehört dazu? Geschlecht, Zugehörigkeit und die eigene Haltung reflektieren
Im Workshop stellen wir uns gemeinsam Fragen wie: Welchen eigenen Stereotypen und Denkmustern gehen wir auf die Schliche, wenn es um Geschlecht geht – und woher kommen die eigentlich? Wie wirken diese Mechanismen im Alltag, und was lösen sie aus: Wer gehört dazu, wer bleibt außen vor? Wie schaffen wir Schutzräume, ohne Menschen pauschal in zwei Geschlechter einzuteilen? Und welche kleinen Hebel gibt es für einen geschlechterinklusiveren Umgang miteinander.

Referent*in:
Safa Semsary (sie/ihr) arbeitet im Bereich Demokratiebildung, Antidiskriminierung und vielfaltsbewusste Bildungsarbeit. Sie konzipiert und moderiert Workshops, Beteiligungsformate und Prozesse mit allen Altersgruppen, in Vereinen und Sportorganisationen, in Schulen, in Unternehmen und in der Verwaltung.
Bei Polar Pinguin Berlin e.V. ist sie ehrenamtlich für den Bereich gesellschaftliche Verantwortung zuständig und Ansprechperson bei Diskriminierungsvorfällen.

Workshop 2: Methoden kennenlernen

Geschlechtliche Vielfalt und geschlechtssensible Jugendarbeit – zwischen Schutzraum und Zweigeschlechtlichkeit
Wie können wir geschlechtliche Vielfalt in der Jugendarbeit berücksichtigen, ohne geschlechtsspezifische Angebote und Schutzräume aufzugeben? Und wie können Mädchen*- und Jungen*arbeit gestaltet werden, ohne dabei stereotype oder binäre Vorstellungen von Geschlecht zu reproduzieren?

Der Workshop lädt dazu ein, dieses Spannungsfeld gemeinsam zu erkunden und für die eigene pädagogische Praxis handhabbar zu machen. Wir beschäftigen uns mit Cis-Identitäten, geschlechtlichen Zuschreibungen und der Frage, wann geschlechtsspezifische Ansprache sinnvoll, notwendig oder möglicherweise ausschließend ist. Anhand konkreter Methoden und Praxisbeispiele entwickeln wir Ideen für eine geschlechtersensible und vielfaltsbewusste Arbeit mit Jugendlichen.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen: Wie lassen sich Schutzräume gestalten und gleichzeitig Zweigeschlechtlichkeit hinterfragen? Welche Methoden eignen sich für die Arbeit mit Mädchen* und Jungen*, wenn Geschlecht nicht als selbstverständlich gegeben vorausgesetzt werden soll? Und was können Jugendleiter*innen konkret tun, um eine sensible und inklusive Praxis zu entwickeln?

Referent*in:
Mik Freyer (er/ihm) ist ein queerer und transgeschlechtlicher Sozialarbeiter, Paar- und Sexualberater und betreut die Ehrenamtskoordination bei Lambda Berlin Brandenburg e.V (Lambda BB). Ein Schwerpunkt seiner Arbeit bei Lambda BB liegt bei der Durchführung der JuleiCa Schulung, also der Ausbildung und Akquise von Ehrenamtlichen für den Jugendverband.
Mik ist seit 2022 in der queeren Jugendarbeit in Berlin tätig. Davor engagierte er sich mehrheitlich ehrenamtlich in der Anti-Diskriminierungsarbeit und der sexuellen Bildung in Kollektiven in Sachsen-Anhalt.

Workshop 3: Erfahrungen austauschen

Spielt Geschlecht (k)eine Rolle? – Austausch aus der Praxis
Manchmal ist es für Kinder und Jugendliche empowernd und befreiend, wenn Geschlecht überhaupt keine Rolle spielt. In anderen Situationen ist es wichtig, Geschlecht mitzudenken oder zum Thema zu machen. Manchmal kann es sinnvoll sein, bewusst spezifische Angebote für Jungen* und Mädchen* zu schaffen, um Rollen aufzubrechen. In anderen Situationen braucht es Angebote jenseits dieser binären Schubladen.

Geschlecht begegnet uns in so vielen Bereichen der Jugendarbeit: bei der Planung, in Räumen, in Sprache, bei rechtlichen Fragen, in Themen und Methoden. Und manchmal ist es gar nicht so einfach zu entscheiden: Wie machen wir es jetzt eigentlich am besten?
Genau darüber wollen wir uns austauschen: Wie sieht das bei euch aus?

Was funktioniert gut, wo entstehen Fragen oder Widersprüche? Wir teilen Erfahrungen, sprechen über Unsicherheiten und schauen gemeinsam auf konkrete Praxisbeispiele, Methoden und Ideen für eine vielfältige und geschlechterreflektierte Jugendarbeit.

Referent*in:
Fine Witt (keine Pronomen) gibt Workshops zu einer Vielzahl von Themen der politischer Bildung, Antidiskriminierung und Selbstorganisation und begleitet Gruppen methodisch bei dem, was ihnen wichtig ist. Fine gibt außerdem seit Jahren Juleica-Schulungen, ist Trainer*in für außerschulische Bildung und Erlebnispädagog*in. Fine ist Teil des Bildungskollektivs Educat.

Neben den Workshops wird außerdem das neue Juleica-Praxishandbuch des Landesjugendring Berlin vorgestellt, das bis zum Netzwerktreffen fertig überarbeitet sein wird. Zwischen den Workshopphasen gibt es zudem bei einem kleinen Imbiss Zeit, sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Zum Juleica-Netzwerktreffen laden wir alle Akteur*innen ein, die im Themenfeld der Juleica aktiv sind – ob ehrenamtlich oder hauptamtlich. 

Wann?
Donnerstag, 28. Januar 2027
16:00 bis 20:00 Uhr, Ankommen ab 15:30 Uhr

Wo? 
Deutsche Schreberjugend Landesverband Berlin e.V.
Hermannstraße 186
12049 Berlin (Google Maps)
Die U8 Station Leinestraße ist direkt vor dem Eingang des Veranstaltungsortes.

Hinweise zur Barrierefreiheit
  • Das Netzwerktreffen findet in Deutscher Lautsprache statt.
  • Der Veranstaltungsort und alle Räume sind ohne Stufen zugänglich. Im Erdgeschoss gibt es leider eine Tür, die im Rollstuhl nur schwer alleine zu öffnen ist.
  • Die Veranstaltung findet im Erdgeschoss und im 1. Stock des Gebäudes statt. Es gibt einen Aufzug.
  • Es gibt eine barrierefreie Toilette.
  • Parkplätze stehen nur im öffentlichen Raum zur Verfügung.
  • Wenn es etwas gibt, was notwendig ist, um die Teilnahme zu ermöglichen: Bitte unten in das Anmeldeformular schreiben.

Bei Fragen zur Barrierefreiheit kannst Du dich gerne melden:
Julian Giera, E-Mail: giera@ljrberlin.de, Telefon: 030 818 861 04

ANMELDUNG

Pronomen
Adresse
Tätigkeit
Auswahl Workshops (bitte wähle zwei)
Workshop 1: Haltung reflektieren (mit Safa Semsary)
Workshop 2: Methoden kennenlernen (mit Mik Freyer)
Workshop 3: Erfahrungen austauschen (mit Fine Witt)
Du kannst zwei Workshops besuchen. Die Auswahl ist nicht verpflichtend. Wer später doch noch in einen anderen Workshop möchte, kann gerne wechseln. Zur besseren Planung möchten wir aber schon einmal wissen, wie hoch das Interesse an welchem Workshop ist.
Verpflegung
Einwilligung in die Datenschutzbestimmung 
Fotohinweis:
Wir fertigen beim Juleica-Netzwerktreffen Fotos an. Die entstandenen Fotos der Veranstaltung können ggf. nach unserem berechtigten Interesse (DSGVO Art. 6, 1f) zur Darstellung unserer Aktivitäten auf unserer Website, in unseren Social Media Kanälen, Pressemitteilungen, sowie in Printmedien veröffentlicht werden und werden auf unbestimmte Zeit gespeichert. Weitere Informationen finden Sie unter www.ljrberlin.de/datenschutz im Abschnitt „Fotos bei Veranstaltungen“ sowie vor Ort bei der Veranstaltung.