Der letzte Kinder- und Jugendbericht aus dem Jahr 2000, er ist vergilbt und abgegriffen.

Kein Plan, kein Bericht: Berlin braucht eine Jugendstrategie

Der letzte Berliner Kinder- und Jugendbericht stammt aus dem Jahr 2000, obwohl das Land ihn gesetzlich jede Wahlperiode vorlegen muss. Eine Jugendstrategie gibt es bis heute nicht. Sie würde alle Ressorts verpflichten, junge Menschen bei politischen Entscheidungen besser zu berücksichtigen. Wir fordern deshalb beides: einen aktuellen Kinder- und Jugendbericht und eine Jugendstrategie für Berlin.

Älter als Instagram, YouTube, Smartphones: Über ein Vierteljahrhundert ist Berlins letzter Kinder- und Jugendbericht alt. Dabei müsste er laut Gesetz jede Wahlperiode neu erstellt werden. Doch das ist seit dem Jahr 2000 nicht mehr passiert. Ohne aktuelle Daten zur Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen fehlt die Grundlage für jede evidenzbasierte Jugendpolitik. „Wie will man gute Jugendpolitik gestalten, ohne zu wissen, wie es der Berliner Jugend geht?“, fragt unser Geschäftsführer Tilmann Weickmann. Wir fordern daher einen aktuellen Kinder- und Jugendbericht, wie es das Gesetz in §43 des Berliner Ausführungsgesetzes zum Kinder- und Jugendhilfegesetz (AG KJHG) vorsieht.

Berlin kündigt seit Jahren eine Jugendstrategie an ohne sie anzugehen

Der Bericht wäre auch die Grundlage für den nächsten, größeren Schritt: eine Berliner Jugendstrategie. Sie würde alle politischen Ressorts verpflichten, junge Menschen mitzudenken, egal ob bei Wohnen, Mobilität, Arbeit oder Bildung. Eigentlich hatten sich das CDU und SPD schon vorgenommen. Im Koalitionsvertrag heißt es, es brauche „ein ressortübergreifendes Steuerungsgremium, um die Berliner Jugendstrategie zu entwickeln und umzusetzen“. Passiert ist seitdem: Nichts. „Eigentlich ist das alles gar nicht so kompliziert“, sagt Tilmann. „Der Bund hat eine Jugendstrategie, mehrere Bundesländer auch. Berlin bräuchte nur den politischen Willen, es endlich anzugehen.“ Wir fordern daher eine Senatsinitiative für eine Jugendstrategie, begleitet von einem Beirat mit jungen Menschen und Fachorganisationen.

Ein 26 Jahre alter Bericht, eine Jugendstrategie, die seit Jahren nur angekündigt wird: Berlin fehlt ein Plan für junge Menschen. „Die Jugendstrategie und der Jugendbericht gehören wieder in den nächsten Koalitionsvertrag. Und sie müssen dann auch umgesetzt werden“, sagt unser Geschäftsführer.

Über die Kampagne „#WasFürUns: Berlin-Wahl ab 16“

Am 20. September 2026 wählt Berlin. Zum ersten Mal gilt Wahlalter 16. Etwa 780.000 junge Menschen zwischen 6 und 27 Jahren leben in Berlin. Das sind 21 Prozent der Stadtbevölkerung. Ihre Perspektiven spielen in der Politik leider zu selten eine Rolle. In den kommenden Wochen stellt der Landesjugendring Berlin daher seine jugendpolitischen Forderungen vor. Die 10 Forderungen wurden von 37 Berliner Jugendverbänden beschlossen, die zum Landesjugendring Berlin gehören. Die Themen: Wohnen, Mobilität, Jugendverbände und politische Bildung, Ehrenamt und die fehlende Jugendstrategie für Berlin.

Zur Übersicht aller Forderungen: 
ljrberlin.de/wahl2026/forderungen

Der Weg zu einer Berliner Jugendstrategie:
ljrberlin.de/jugendstrategie