5 Jugendliche stehen nah beieinander, sind von weitem abgebildet

Jugend findet Stadt: Jugendpolitischer Kongress

24.03.2026 | Der Kongress "Jugend findet Stadt" lädt jugendpolitisch Interessierte ein, neue Wege städtischer Teilhabe junger Menschen in Berlin zu erkunden: Workshops zu Wohnungskrise, digitaler und analoger Aneignung junger Menschen und politischer Bildung im Stadtraum sowie eine Film-Premiere aus "Wem gehört die Stadt" führen in eine politische Debatte.

Räume werden enger in Berlin – auch für junge Menschen: Wohnraummangel und steigende Mieten verdrängen Familien aus innerstädtischen Bezirken oder belasten die Haushalte, Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich betreffen auch die Möglichkeiten junger Berliner*innen, sich zu entfalten und zu entwickeln.

Der Kongress lädt dazu ein, die Konsequenzen enger werdender Räume für die Teilhabechancen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zusammenzutragen. Ebenso wird es darum gehen zu überlegen, was getan werden kann, um in der gesellschaftspolitischen Debatte die Interessen dieser Zielgruppe zu stärken und zu unterstützen. Impulse aus Wissenschaft und Praxis sowie eine Methodenwerkstatt sollen dazu befähigen, Jugendliche in ihren stadtpolitischen Anliegen zu stärken.

Auch junge Berliner*innen bringen ihre eigenen Perspektiven auf städtische Teilhabe ein. Sie zeigen ihren Film zum Thema „Wem gehört die Stadt“. Ausgehend von ihren Perspektiven diskutieren wir anschließend mit Multiplikator*innen und Politiker*innen, was in Berlin getan werden muss, um Räume für Jugendliche zu sichern und auszubauen. Zu Gast: MdA Sevin Aydin (SPD), MdA Klara Schedlich (Bündnis90/Die Grünen), MdA Lilia Usik (CDU) sowie Tilmann Weickmann (Landesjugendring Berlin).

Programm Kongress "Jugend findet Stadt"

Ab 13:00 - Anmeldung

13:30 - Begrüßung: Aufwachsen in Berlin – Realitäten und Träume
Impuls: Mai-An Nguyen, Theaterpädagogin & Regisseurin, Schaubühne Berlin

14:15 - Raumknappheit: Auswirkungen auf Bildungspraxis und Möglichkeitshorizonte

  • Workshop 1:

    Nicht ohne mein Smartphone – Städtischer Alltag von Jugendlichen als Digital Natives
    Konsequenzen für die jugendgerechte Gestaltung von städtischen (Bildungs-)Räumen

    Der Workshop gibt Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse zum digitalen Alltag Jugendlicher in Berlin: Wie nutzen sie Smartphones, Apps und Internet, um sich die Stadt zu erschließen, sich sicher zu bewegen, ihre Freizeit zu gestalten und soziale Beziehungen zu pflegen? Gemeinsam diskutieren wir Chancen und Herausforderungen für jugendgerechte städtische (Bildungs-)Räume – von neuen Lieblingsorten, neuen Mobilitätsmustern und Freizeitpraktiken bis hin zu sozialen Ausschlüssen und Gefährdungen. Im Mittelpunkt steht der Transfer in die Praxis: Welche Konsequenzen ergeben sich für Fachkräfte, Planung und Politik? Und welche Impulse lassen sich für eine zukunftsfähige, jugendgerechte Stadtentwicklung ableiten?
    Impuls: Dr. Anna Juliane Heinrich, Projektleitung: Raumwissen Jugendlicher: Die Konstitution von online, offline und hybriden Räumen (SFB 1265 Re-figuration von Räumen), Technische Universität zu Berlin
     
  • Workshop 2:

    Zwischen Bruchstellen und neuen Perspektiven
    Solidarisches Wohnen für junge Menschen am Beispiel LAB 661

    Der Workshop nimmt das Projekt LAB 661 als Praxisbeispiel in den Blick und zeigt, wie solidarisches, inklusives Wohnen als Antwort auf die Wohnungskrise junger Menschen gestaltet werden kann. Ein besonderer Fokus liegt auf jungen Frauen aus prekären Verhältnissen, da sie beim Übergang ins eigenständige Wohnen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, in Abhängigkeiten oder Wohnungslosigkeit zu geraten. Anhand der Erfahrungen der am Wohnprojekt LAB 661 beteiligten jungen Frauen lassen sich strukturelle Hürden beim Zugang zu Wohnraum sowie Bruchstellen jugendlicher Wohnbiografien exemplarisch ableiten. Gleichzeitig diskutieren wir, wie Fachkräfte junge Menschen wirksam bei der Verselbstständigung begleiten, Wohnkompetenz stärken und Unterstützungsstrukturen besser vernetzen können.
    Leitung: Cosima Jacobi, social bnb, gangway e.V.
     
  • Workshop 3:

    Politisches Lernen im/über den städtischen Raum – Methodenwerkstatt

    Vor dem Hintergrund schrumpfender und zunehmend regulierter öffentlicher Räume werden Methoden vorgestellt und erprobt, die für Zusammenhänge zwischen Stadt, Macht und sozialer Ungleichheit sensibilisieren. Anhand ausgewählter Methoden aus dem Methodenhandbuch "Aufsuchende politische Bildung" diskutieren wir praxisorientierte Zugänge und loten Möglichkeiten der Anpassung an spezifische Bedingungen in der Arbeit mit Jugendlichen aus. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Faktoren aufsuchende politische Bildung im Stadtraum mit Jugendlichen gelingen lassen – und wie wir unsere methodischen Entscheidungen daran ausrichten können.
    Leitung: Britta Elena Hecking und Louisa Bläse, disruptiF e.V.

16:00 - Kaffeepause

16:30 - Wem gehört die Stadt?
Film-Premiere und Diskussion mit der Filmcrew des Projekts: Wem gehört die Stadt

17:15 - Ungleich Berlin: Raumpolitische Visionen für eine jugendgerechte Stadt - Podium mit jungen Erwachsenen, Zivilgesellschaft und Politik

Gäste:

  • Tilmann Weickmann, Landesjugendring Berlin 
  • n.n., Teilnehmende aus dem Projekt „Wem gehört die Stadt?“ 
  • Sevim Aydin, MdA, Sprecherin für Wohnen und Mieten, Sprecherin für Berufliche Bildung, SPD 
  • Klara Schedlich, MdA, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Sprecherin für Jugendpolitik und Berufliche Bildung , Bündnis 90/Die Grünen 
  • Lilia Usik, MdA, jugendpolitische Sprecherin, CDU 

Moderation: Dr. Isabella Hermann, Stiftung Zukunft Berlin

18:15 - gemeinsamer Ausklang mit Imbiss
Die Ausstellung der Berliner Landeszentrale für politische Bildung mit dem Titel »Wohnen in Berlin« wird während des gesamten Fachtags vor Ort als mobile Version zu besichtigen sein.

Anmeldung:

Bis 15. März 2026 auf der Website der Evangelischen Akademie

Datum und Ort:

24.03.2026, 13:30-19:00 Uhr

Französische Friedrichstadtkirche 
Gendarmenmarkt 5 
10117 Berlin
(Link zu Google Maps)

Veranstalter, Kooperationspartner und Förderer: