Fortbildung: Awareness in Action - der Zweite-Hilfe-Koffer
Workshop zu psychischen Belastungen in der Jugendarbeit: Warnsignale erkennen, sensibel reagieren und Gespräche führen. Dazu: Der „Zweite-Hilfe-Koffer“ bietet ein niedrigschwelliges Werkzeug für Awareness und akute Situationen.
Psychische Belastungen spielen auch in der Jugendarbeit eine wichtige Rolle. Streit mit Freund*innen, Liebeskummer, Überforderung oder unausgesprochene Bedürfnisse können den Alltag junger Menschen stark beeinflussen, gerade in intensiven Settings wie Ferienfreizeiten oder Projekttagen. Der Workshop nimmt diese Herausforderungen in den Blick und stellt den „Zweite-Hilfe-Koffer“ als niedrigschwelliges Werkzeug vor, das sowohl im Bereich Awareness als auch in akuten Situationen eingesetzt werden kann.
Neben grundlegenden Informationen zu psychischen Belastungen und der Frage, wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist, geht es vor allem darum, eine Sensibilität für die Bedürfnisse von Jugendlichen zu entwickeln, auch für solche, die bisher vielleicht „unter dem Radar“ liefen. Themen wie Neurodivergenz und unterschiedliche Wahrnehmungs- und Belastungsgrenzen werden dabei mitgedacht.
Die Teilnehmenden setzen sich praxisnah damit auseinander, wie sie Warnsignale erkennen, Gespräche anstoßen und angemessen reagieren können, im Team wie auch im Kontakt mit Jugendlichen. Der Zweite-Hilfe-Koffer wird dabei als Gesprächs- und Reflexionsinstrument genutzt, um Orientierung zu geben und Handlungssicherheit zu fördern, ohne die Teilnehmenden in eine therapeutische Rolle zu bringen.
Darüber hinaus bietet der Workshop Anregungen, wie Räume gestaltet werden können, in denen Jugendliche ihre Bedürfnisse zeigen dürfen und Unterstützung sowie Lösungsmöglichkeiten einfordern und annehmen können. So stärkt der Workshop nicht nur die persönliche Handlungskompetenz der Teilnehmenden, sondern trägt auch dazu bei, eine achtsame und unterstützende Kultur in der Jugendarbeit zu fördern – präventiv wie auch in herausfordernden Momenten.
Referentin:
Dr. Pia Lamberty ist Psychologin und bekannt für ihre Forschung zu Verschwörungsglauben und antidemokratischen Strömungen. Sie arbeitet als Autorin, gibt Workshops und bietet psychologische Online-Beratung für Menschen in schwierigen Lebenslagen an. In den vergangenen Jahren hat Lamberty beobachtet, dass gesellschaftliche Krisen zunehmend die mentale Gesundheit beeinflussen. Deshalb ließ sie sich zur Notfallpsychologin und Kriseninterventionsberaterin weiterbilden. Dank ihrer Erfahrungen in Sozial- und Notfallpsychologie unterstützt sie Menschen ressourcenorientiert und berücksichtigt dabei stets auch soziale Rahmenbedingungen.
Termin und Ort:
Dienstag 05.05.2026, 16-20 Uhr
Tagungshaus der Alten Feuerwache e.V., Axel-Springer-Straße 40-41, 10969 Berlin (Google Maps).
Dieses Seminar wird als Juleica-Fortbildung anerkannt.