U18-Bundestagswahl: Rekord in der Hauptstadt

U18-Bundestagswahl zeigt junge Wählerinteressen und die Themen von morgen!

Am 13. September 2013 war es soweit - im Rahmen der U18-Wahl konnten alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren ihre Stimme für die Partei ihrer Wahl abgeben. Mit Beteiligung der U18-jährigen würde der Bundestag anders aussehen!

In Berlin beteiligten sich mehr als 38.000 junge Menschen an der Kinder- und Jugendwahl und stimmten am Freitag über „ihren“ Bundestag ab. Die drei Gewinner der Wahl liegen hier nahezu gleich auf: Bündnis 90/Die Grünen mit 21,70% der Stimmen, gefolgt von der SPD und der CDU mit jeweils etwas mehr als 20%, die Piratenpartei und die LINKE konnten jeweils 12% der Wählerschaft überzeugen. Die Ergebnisse für die einzelnen Berliner Wahlkreise unterscheiden sich zum Teil stark, sie lassen sich online unter www.u18.org detailliert abrufen.

Das bundesweite Ergebnis der Wahl mit mehr als 193.000 Beteiligten ist für eine U18-Wahl überraschend, denn erstmals liegt den Stimmen der U18-Wähler/-innen zufolge die CDU/CSU als stärkste Kraft mit über 27% deutlich vorn. 20,60% Prozent der Jugendlichen entschieden sich für die SPD, es folgen die Grünen mit 17,14%. Bis zur Wochenmitte wird das Endergebnis feststehen, denn noch übermitteln die letzten Jugendclubs und Schulen ihre Auszählungsergebnisse.

U18 im Kiez, im Bezirk und landesweit

Die Wahllokale befinden sich direkt im Kiez. In allen Berliner Bezirken gab es Aktionen, Projekte und Veranstaltungen im Vorfeld der Wahlen. Am 13.09. fanden an unterschiedlichen Orten kleinere und größere Wahlpartys statt, wo ab 18 Uhr die Wahlsendung verfolgt werden konnte. Aktuelle Informationen rund um U18 gibt es auf der Website oder auch auf facebook.

In zwei Berliner Bezirken bekam die NPD über 5% der Stimmen „Ein solches beunruhigendes Ergebnis bekräftigt unsere Forderungen an die Qualität von Jugendarbeit und politischer Bildung. Wir müssen weiter daran arbeiten, dass es den Jugendlichen gelingt, plakative und populistische Wahlkampf-Slogans zu enttarnen.“, so Tilmann Weickmann für das U18-Netzwerk Berlin. Das U18-Projekt stellt pädagogisches Material und Methodentipps zu Verfügung, um solche Ergebnisse im Rahmen der U18-Nachbereitung zu thematisieren.

Mit den Ergebnissen können die Berliner Einrichtungen nun die Wahl nachbereiten und den Urnengang mit den Jugendlichen thematisieren. Schon im Vorfeld der Wahl gab es in den Wahllokalen viele Aktionen der politischen Bildung, damit alle jungen Menschen gut informiert ihr Kreuz machen konnten. Ziel von U18 ist es, junge Menschen zu motivieren, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, eigene Interessen zu entdecken und die eigene Verantwortung in der Demokratie zu erlernen. Ein großes Netzwerk aus Akteuren der Jugend- und Bildungsarbeit hat mit seinem Engagement dafür gesorgt, dass die Wahlbeteiligung in Berlin so groß wie nie zuvor war. Die Anfänge von U18 reichen bis in das Jahr 1996 zurück, zur letzten U18-Bundestagswahl 2009 beteiligten sich bundesweit 127.208 junge Menschen.

U18 zur Abgeordnetenhaus 2011

Die letzten U18-Wahlen haben 2011 stattgefunden, neun Tage vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Die Ergebnisse aus dem Wahljahr 2011 und viele spannende Einblicke sind der Dokumentation zu entnehmen.