Landesjugendring fordert stärkere Förderung von Migrant_innenjugendselbstorganisationen

Staatssekretärin unterstreicht die Notwendigkeit, MJSO kontinuierlich zu fördern | Dokumentation zum Fachtag ist am Entstehen

Unter dem Titel „‚Es ist extrem wichtig, dass wir hier sind’ - Migrant_innenjugendselbstorganisationen im Spannungsfeld von hohem Engagement und geringer Anerkennung“ veranstaltete der Landesjugendring Berlin in Zusammenarbeit mit Berliner MJSO am 24. November 2014 einen Fachtag in Berlin. Gleich zu Beginn setzte Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie, deutliche Zeichen der Unterstützung. Sie hob in ihrem Grußwort sehr klar die positive Bedeutung von MJSO für das Land Berlin hervor - und benannte die Notwendigkeit, dieses Engagement auch kontinuierlich fördern zu müssen. 

Dr. Birgit Jagusch (Institut für sozialpädagogische Forschung in Mainz) betonte in ihrem einführenden Vortrag die jugendpolitische und zivilgesellschaftliche Relevanz von MJSO und beschrieb ihre gesellschaftliche Position und die bislang nur geringe Anerkennung, die sich unverhältnismäßig zu ihrem Engagement verhalten. In fünf Workshops stellten die Verbände im Anschluss ihre Arbeit vor, identifizierten kritische und hinderliche Rahmenbedingungen und erarbeiteten, welchen Beitrag Akteur_innen aus Politik, Verwaltung und der Praxis leisten können, um dieses Spannungsfeld aufzulösen.Zum Abschluss formulierten Vertreter_innen aus MJSO selbstbewusst auf dem Podium ihre Forderungen an die Berliner Landespolitik: Für den Aufbau starker Strukturen brauchen sie eine strukturelle Förderung ihrer Verbandsarbeit, Akzeptanz und Anerkennung für ihr gesellschaftliches Engagement und eine deutliche Positionierung der Berliner Politik und Verwaltung für eine diskriminierungsfreie Stadt – insbesondere auf institutioneller Ebene.

„Durch unser Engagement und unseren direkten Zugang zur Basis, zu den Lebenswelten junger Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte, haben wir ein Expert_innenwissen, mit dem wir an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen partizipieren wollen - und sollten.“ ergänzt Iran Jawadi, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Landesjugendring Berlin und Jugendbildungsreferentin im djo-Regenbogen Berlin. „Nicht zuletzt fordern wir daher die Anerkennung als Interessenvertretungen.“

Die Dokumentation der Veranstaltung ist in Arbeit und wird baldmöglichst an dieser Stelle veröffentlicht. Für Rückfragen steht die Projektreferentin Jaqueline Kauka gerne zu Verfügung.

Zum Hintergrund: Migrant_innenjugendselbstorganisationen (MJSO) sind Interessenvertretungen junger Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte, die sich für ihre soziale, politische und gesellschaftliche Gleichstellung einsetzen. Ihr Ziel ist es, Partizipationsmöglichkeiten für alle Jugendlichen in allen gesellschaftspolitischen Bereichen zu fördern. Um die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und ihnen einen Raum zur Ausübung dieser Interessen zu öffnen, bedienen sich MJSO eines vielfältigen Aktionsspektrums. Sie reichen von Beratungsangeboten und Informationsvermittlung über die Bereitstellung von Kultur-, Bildungs- und Freizeitangeboten bis hin zur politischen Einflussnahme im Sinne zivilgesellschaftlichen Engagements. Der Landesjugendring Berlin setzt sich für Selbstorganisation, Mitbestimmung und die Förderung ehrenamtlichen Engagements aller jungen Menschen in Berlin ein und unterstützt deshalb die Forderungen der MJSO.