JUGEND WÄHLT BERLIN: Forderung des Monats September

Woran liegt es, dass Partizipationsangebote von Politiker_innen an Kinder und Jugendliche in Berlin wenig genutzt werden? Politik und Verwaltung müssen versuchen, die Sprache der Jugendlichen besser zu verstehen, statt Angebote in ihrer eigenen Sprache zu machen. Jugendverbände können bei der „Übersetzung“ eine wichtige Rolle spielen.

Partizipation erschöpft sich nicht in öffentlichkeitswirksamen Jugendforen und -portalen. Politische Entscheidungsträger_innen und die Verwaltung müssen junge Menschen ernsthaft in politische Prozesse einbeziehen und an Entscheidungen beteiligen.

Voraussetzung dafür ist ein Perspektivwechsel: In der Vergangenheit ging es zu oft darum, dass politische Akteure (gut gemeinte) Partizipationsinstrumente entwickelt haben, die dann Jugendlichen zur Verfügung gestellt wurden. Sehr oft wurde dabei die Erfahrung gemacht, dass sich nur wenige junge Menschen beteiligen, weil diese Instrumente nur selten an den konkreten Lebensumständen junger Menschen angesetzt haben.

Eine Förderung von Partizipation junger Menschen muss stärker an den konkreten Lebensumständen junger Menschen ansetzen. Dabei geht es darum, aufmerksam wahrzunehmen, wie sich junge Menschen äußern, was sie tun, wie und wo sie sich für ihre Interessen einsetzen. Oft tun junge Menschen dies auf eine Art und Weise, die nicht der Kommunikation von Politiker_innen und Verwaltungsmitarbeiter_innen entspricht.

Deshalb fordert der Landesjugendring Berlin im Rahmen der Kampagne "JUGEND WÄHLT BERLIN" vor der Abgeordnetenhauswahl:

Entscheidungsträger_innen müssen sich bemühen, die Sprache der Jugendlichen zu verstehen anstatt Jugendlichen Angebote in ihrer Sprache zu machen. Jugendverbände als Zusammenschluss und Interessenvertretung junger Menschen können bei der „Übersetzung“ eine wichtige Rolle übernehmen.