JBS Kurt Löwenstein: Geschäftsführer Thomas Gill verlässt die Bildungsstätte

Werneuchen | 17. März 2014 | In einer Pressemitteilung teilt die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein mit, dass Thomas Gill, langjähriger Geschäftsführer der JBS, die Einrichtung nach 17 Jahren verlässt.

Seit 1997 ist Thomas Gill Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftpfuhl. Zum 1. Mai 2014 wird er als Leiter der Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit eine neue berufliche Herausforderung annehmen. Im Rückblick wird deutlich, was Gill in den vergangenen 17 Jahren wichtig war.

Die Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein veranstaltet Wochenseminare mit Schülern und Auszubildenden aus Berlin und Brandenburg. Von Anfang an wird Wert darauf gelegt, auch diejenigen zu erreichen, die nicht unbedingt von selbst an Verantaltungen der außerschulischen Jugendbildung teilnehmen würden. Das wird über die jahrelange Kooperationen mit Schulen aus Berlin und Brandenburg, auch aus dem Landkreis Barnim ermöglicht. Neben Jugendlichen wurden dabei in den letzten Jahren auch Kinder als Zielgruppe politischer Bildung in den Blick genommen: Das Projekt „Vielfalt leben lernen“ erfreute sich bei Grundschulen großer Beliebtheit. Weiterhin bemüht sich die Bildungsstätte darum, junge Auszubildende zu erreichen und ihnen im Projekt „Interessenvertretung 2.0“ eine Stimme in der medialen Welt zu geben.

Dieses besondere Profil der Bildungsstätte war Thomas Gill stets ein persönliches Anliegen: „Politische Jugendbildung muss dem Anspruch gerecht werden, dass Demokratie der Teilhabe aller bedarf. Dies setzt entsprechende Angebote voraus, so dass auch unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden“, so Gill zu den Überzeugungen, die ihn in Werftpfuhl geleitet haben. Für ihn stehen dabei die Menschen mit ihren Interessen und Bedürfnissen im Mittelpunkt: „Ihre Erfahrungen und Ressourcen sind der Ausgangspunkt unserer Bildungsangebote“, betont Gill und macht deutlich, wozu Politische Bildung gut ist: „Sie will zur Einmischung in die eigenen Angelegenheiten anstiften.“

Ein gutes Beispiel dafür sind die Seminare für Schülervertretungen aus Berlin und Brandenburg, die sich in den letzten Jahren zu einem weiteren Schwerpunkt der Bildungsarbeit entwickelt haben. Als Ergebnis eines Seminars entstand im letzten Jahr eine kleine Broschüre mit wichtigen Informationen für die Schülervertretungsarbeit, die über Bildungsstätte bezogen werden kann.

„Außerschulischer Jugendbildung geht es um den Abbau von Barrieren, auch um die im eigenen Kopf“, sagt Gill und berichtet von einem Entwicklungsprozess, den die Jugendbildungsstätte Ende 2012 gestartet hat: Inklusion soll praktisch umgesetzt werden. „Ziel ist es, alle Bereiche des Hauses von den Bildungskonzepten über die Leitsysteme, die Ernährung bis zur Umfeldgestaltung so weiter zu entwickeln, dass Barrieren abgebaut werden und dass volle, gleiche und wirksame Teilhabe aller möglich wird“, führt Gill aus. Grenzen überwinden will die Bildungsstätte aber auch auf andere Weise: in zahlreichen internationalen Begegnungen und Projekten für Schüler, junge Erwachsene und 2013 erstmals auch für Kinder aus Berlin-Neukölln, die mit Kindern aus Frankreich zusammentrafen.

„An der erfolgreichen Arbeit der Jugendbildungsstätte haben viele mitgewirkt, denen ich zu danken habe“, so Gill abschließend. „Mir hat die Arbeit all die Jahre immer auch sehr viel Spaß und Freude bereitet.“