DJI-Studie: Ankommen nach der Flucht

Lebenslagen, Erfahrungen und Erwartungen junger Geflüchteter nach Ankunft in Deutschland: Das hat das Deutsche Jugendinstitut untersucht.

Wie gestalten sich die Lebenslagen der jugendlichen Geflüchteten kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland und wie nehmen sie diese selbst wahr? Welche Erfahrungen haben sie bisher in Deutschland gemacht und welche Erwartungen und Hoffnungen haben sie?

Um die institutionellen Angebote und Verfahren für junge Geflüchtete in Deutschland adressatengerecht weiterzuentwickeln, hat das DJI in einer Studie über 100 von ihnen im Rahmen einer explorativen Studie befragt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass viele der Befragten bereits einen Zugang zur Schule oder anderen Bildungsmöglichkeiten und erste unverbindliche Kontakte zur Aufnahmegesellschaft geknüpft haben. Gleichzeitig standen der Entwicklung von Orientierungspunkten und Verbindlichkeiten zahlreiche Momente der Fremdbestimmung entgegen, die sich in Umzügen durch Verteilverfahren, in Abbrüchen und dem damit einhergehenden Wechsel der Bezugspersonen äußerten.

Deutlich wurden auch Informationsdefizite in vielen wichtigen Lebensbereichen und fehlendes Wissen über niedrigschwellige Beratungsangebote sowie entsprechende Ansprechpersonen. Die Angst vor Abschiebung wurde von vielen als größte Belastung beschrieben, die zudem durch eine unzureichende Informationslage verstärkt wurde. Die Jugendlichen skizzierten eindrücklich, wie sich diese Sorgen auf ihre schulische Motivation, aber auch auf viele andere Lebensbereiche negativ auswirkten.