BAG Landesjugendämter: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Landesjugendämter hat auf ihrer  117. Arbeitstagung vom 12. bis 14. November 2014 in Schwerin Fragen zur Situation der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge aus Sicht der Jugendhilfe mit besonderem Blick auf die Schaffung von Integrationschancen diskutiert. Die derzeit deutlich steigenden Zahlen von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen stellen Länder und Kommunen neben den großen finanziellen Herausforderungen vor schwer zu lösende Probleme bei Unterbringung, Versorgung, Schutz sowie angemessener Betreuung und Begleitung.

Die BAG fordert, dass die Bewältigung dieser Situation nicht dazu führen darf, dass die Qualität und die Zielbestimmung der Jugendhilfe in den Hintergrund treten. Das Vorhaben der besonders betroffenen Länder, Städte und Gemeinden, eine bundesweite Lastenverteilung durch quotierte Umverteilung der unbegleiteten Kinder und  Jugendlichen zu betreiben, dürfe demnach nicht in Gefahr geraten, zu einem bloßen örtlichen Verschieben zu werden. Die individuellen Belastungen, Bedürfnisse, Stärken und Talente der minderjährigen Flüchtlinge müssen in den Blick genommen werden.

Die Landesjugendämter stellten in ihrer Erklärung deutlich heraus, dass eine große Zahl der unbegleiteten Minderjährigen erhebliche Entwicklungspotentiale mitbringen. Sie sind motiviert, zielorientiert und einsatzbereit und wollen die Erfahrungen ihrer Chancenlosigkeit in ihren Herkunftsländern hinter sich lasse, weshalb die Option der besonderen Chancen für die Integration lern- und leistungsbereiter junger Menschen die besondere Aufmerksamkeit der Jugendhilfe finden muss. Die Landesjugendämter wollen dazu ihren Beitrag leisten, im Zusammenwirken mit örtlichen Jugendämtern unter der Zielstellung einer fördernden Jugendhilfe, erfolgreiche biographische Entwicklungen für die Zielgruppe zu unterstützen.

Die gesamte Erklärung der BAG Jugendämter zur Lage der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Deutschland ist im angehängten PDF zu finden.