AGJ: Aktuelle Positionen

Bei ihrer Sitzung im November hat die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) folgende Positionen beschlossen.

  • „Formen der Anerkennung non-formalen Lernens in der Kinder- und Jugendhilfe“
    Im Sinne des Leitmotivs „Bildung ist mehr als Schule“ rückt das Thema des non-formalen Lernens immer weiter in den Fokus von Fachdebatten. Dabei geht es insbesondere darum, wie Kompetenzen, die in non-formalen Lernsettings erworben werden, konkret sichtbar gemacht und anerkannt werden können. In dem Positionspapier widerspricht die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ der Auffassung, dass in der Kinder- und Jugendhilfe automatisch von Kompetenzerwerb unter non-formalen Bedingungen ausgegangen werden kann. Grundsätzlich seien alle Lernformen in allen Systemen, also sowohl dem formalen Bildungssystem, dem Weiterbildungssystem, der Kinder- und Jugendhilfe etc. möglich. Zudem werden darin die verschiedenen Formen der Anerkennung non-formalen Lernens im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe beschrieben. In einem bereits erprobten Beispiel aus der Erwachsenenbildung wird schließlich exemplarisch aufgezeigt, wie die Einordung von Kompetenzen, die in non-formalen Lernprozessen erworben wurden, auf das Angebotsspektrum der Kinder- und Jugendhilfe übertragen werden kann.
  • „Drei Jahre Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland – Herausforderungen und Anregungen für die zweite Phase (2014-2018) aus der Perspektive der Kinder- und Jugendhilfe“ Mit dem Diskussionspapier will die AGJ auf Grundlage der in den letzten drei Jahren des Umsetzungsprozesses in Deutschland gesammelten Erfahrungen einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Umsetzung der EU-Jugendstrategie in Deutschland aus der Perspektive der Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe leisten. Insbesondere die Umsetzung der EU-Jugendstrategie hinsichtlich Governance und der Beteiligung zentraler Akteure der Kinder- und Jugendhilfe sowie die inhaltliche Ausgestaltung der von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe entwickelten Themenkorridore und die Frage der Ressourcen werden darin in den Blick genommen. Auch in Zukunft wird die AGJ die inhaltliche Ausgestaltung des Umsetzungsprozesses der EU-Jugendstrategie in Deutschland fachlich und fachpolitisch begleiten.
  • „Schulbegleitung allein kann kein inklusives Schulsystem gewährleisten“
    Im  Diskussionspapier „Schulbegleitung allein kann kein inklusives Schulsystem gewährleisten“ wird zunächst die Ausgangssituation im Hinblick auf die Verpflichtung aus der UN-Behindertenrechtskonvention beschrieben, die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in allen Lebensbereichen sicherzustellen und ihnen insbesondere den Zugang zum allgemeinen Bildungssystem zu ermöglichen bzw. die dafür notwendige Unterstützung zu gewährleisten (Art. 24 Abs. 2 UN-BRK). Des Weiteren wird die derzeitige Praxis der Verantwortungsdelegation erläutert, die eine Leistungspflicht der Kinder- und Jugendhilfe und Sozialhilfe für die Schulbegleitung zur Folge hat. Im Mittelpunkt des Diskussionspapieres steht die Forderung, dass es sich bei der Schulbegleitung nur um eine vorübergehende Unterstützung der schulischen Strukturen mit Mitteln der Kinder- und Jugendhilfe handeln kann und dass die Schulbegleitung allein kein inklusives Schulsystem gewährleisten kann.